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Online Sommer-Retreat mit Sylvia Kolk

Bewusst - Einfach - Klar

 

Das fünftägige Online-Retreat, das zeitgleich mit dem Sommer-Retreat unter der Leitung der Dhammalehrerin Sylvia Kolk startete, endete bereits gestern. Knapp 60 Teilnehmer*innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich meditierten wieder gemeinsam vor dem Bildschirm. Per Zoom digital miteinander verbunden, praktizierte jede*r für sich zu Hause oder am Urlaubsort.

Es war mein zweites Online-Retreat mit Sylvia Kolk und die Erfahrungen und Einsichten wirken nach, fließen in meine Alltagspraxis. Der gestrige Abschied schmerzte sehr. Wie viele der anderen Teilnehmer*innen wäre ich sehr gern noch dabei, vermisse den Gong, der am frühen Morgen durch meine Lautsprecher tönte, das Lächeln Sylvias, das ich in die Meditation mitnahm und die zwitschernden Vögel am Pegasushof, die mich während meiner Übung begleiteten.

Der Tag begann frühmorgens um 5:30 Uhr mit stiller Meditation. Nach einer Frühstückspause folgten weitere Meditationseinheiten. Mittags lauschten wir per Zoom Sylvias täglichem Dhammavortag mit Fokus auf dem Anapanasati Sutta, einer der bedeutsamsten Lehrreden des Buddhas zur Achtsamkeit auf den Atem, um den Geist zu sammeln (Samatha), und ruhiger Einsichtsmeditation (Vipassana).

Die detaillierten Praxisanweisungen von Sylvia begleiteten uns über den Tag, sodass wir die Einfachheit, Schönheit und Wirkung der Übung selbst in Erfahrung bringen konnten. Am Abend beantwortet Sylvia per Zoom kurze Fragen, die wir ihr tagsüber per E-Mail stellen konnten. Auch für Einzelgespräche stand uns Sylvia während des Retreats per Zoom zur Verfügung.

Eine große Herausforderung – die eigene Wohnung zum Kloster zu machen! Der Geist muss erst in die Stille und den Frieden finden und sich daran gewöhnen. Wenn die alltäglichen Verführungen und Ablenkungen wie Gespräche, Handy, Internet, Fernsehen, Bücher, aber auch Naschereien zwischendurch wegfallen, kann Langeweile entstehen, da dem Geist nichts mehr geboten wird, wonach er greifen kann. Der Griff geht sprichwörtlich ins Leere und das kann Unruhe auslösen, eine der schwierigsten geistigen Blockaden, die in die Angst führen kann und dem Geist den Weg in die Ruhe enorm erschwert.

Eine Blockade wie Unruhe, Zweifel oder Trägheit ist laut Sylvia eingefrorene Lebensenergie, die uns nicht zur Verfügung steht. Sie hindert uns am Leben und daran, gegenwärtig zu sein. Geben wird ihr aber Raum in uns, indem wir sie bewusst in den Körperempfindungen und aufkommenden Gedanken wahrnehmen, erleben und erkennen wir, wie sie sich ständig verändert und schließlich auflöst – eine Erfahrung, die ich während einiger Meditationen machen durfte.

Diese Erfahrungen erleichtern es mir jetzt, ganz neu und frisch an die Praxis zu gehen, Vertrauen aufzubauen, sodass die Übung anstrengungsloser wird und ich entspannt und mit entsprechender Willenskraft und Freude weiter praktizieren kann.