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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 20. Tag: Herz Chakra (Anahata Ckakra) und Entspannung

Tor zur Seele
Das Anahata Chakra gilt im Yoga als das Tor zur Seele. Im Sanskrit ist "an" eine verneinende Vorsilbe. "Ahata" bedeutet anschlagen, sodass das zusammengesetzte Sanskrit-Wort Anahata übersetzt werden kann mit der unanschlagbare Ton. Zentrale Qualitäten, die Energie des Herz Chakras, sind universelle Liebe, Vertrauen, Hingabe, Mitgefühl und Heilung. Das dem Anahata zugeordnete Element ist die Luft, der Atem, seine Farben Grün, Rosa und Gold. Das zugehörige Mantra lautet YAM (gesprochen: YANG).

Das physische Herz und die Thymusdrüse
Körperlich befindet sich das Herz Chakra mittig im oberen Brustkorb in Höhe des physischen Herzens. Die zugehörigen Körperteile sind: Schultern, Brustraum, oberer Rücken, Herz, Lunge, Arme, Hände sowie der Blutkreislauf, das Immunsystem und die Haut. Als Sinn ist dem Anahata Chakra der Tastsinn zugeordnet. Die zugehörige endokrine Drüse ist die Thymusdrüse (griech.: thymos; dt.: Lebensenergie).

Polare Gegensätze transformieren
Das Herz Chakra bildet das Zentrum der insgesamt sieben Haupt-Chakren. Hier vereinen sich die drei unteren Chakren, die hauptsächlich auf weltliche Themen ausgerichtet sind, mit den drei oberen, die der spirituellen Ebene zugeordnet werden. Die Gegensatzpaare links und rechts (Hingabe und Aktivität), unten und oben (Physisches und Metaphysisches) sowie hinten und vorn (Unbewusstes und Bewusstes) treffen im Herz Chakra aufeinander und können hier transformiert werden.

Asanas – offene Weite im Herzen
Zur Öffnung des Herz Chakras eignen sich alle Rückbeugen wie zum Beispiel die Brücke (Setubandhasana), die Kobra (Bhujangasana), der Fisch (Matsyasana), der halbe Bogen (Ardha Dhanurasana), der Bogen (Dhanurasana), der heraufschauende Hund (Urdhva Mukha Shvanasana) und die halbe Heuschrecke (Ardha Salabhasana). Vorwärtsbeugen fördern die Qualität der Hingabe, während Drehübungen, welche die Zwischenrippenmuskeln dehnen, den Atemraum weiten und die Brustwirbelsäule flexibilisieren, sodass sich unser Herz weitet.

Entspannung
Entspannung
findet nicht allein auf körperlicher, sondern auch auf psychischer Ebene statt, wobei sich sämtliche Ebenen wechselseitig beeinflussen und durchdringen. Auf der körperlichen Ebene entspannen sich die Muskulatur, die Organe und der Blutkreislauf. Der Parasympathikus wird aktiviert und übernimmt die Steuerung der Nebennieren, die unter hoher Belastung oder Stress vermehrt Noradrenalin, Adrenalin sowie Cortisol produzieren. Lässt die Beanspruchung nach, wird vermehrt der Neurotransmitter Acetylcholin ausgeschüttet, der für Entspannung sorgt. Der Körper kommt zur Ruhe.


Auf der psychischen Ebene lösen sich während der Entspannung unangenehme Gedanken und psychische Belastungen wie Ängste oder Sorgen auf. Der Geist wird ruhiger, die Emotionen harmonisieren, das Denken wird klarer und differenzierter und die Empfindungen und Gefühle angenehmer.

Wir lernen an diesem Wochenende verschiedene Entspannungsmethoden kennen, darunter die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen (PMR), die stresslindernde Muskelenergietechnik (MET) von Mitchell und das Autogene Training, das von dem Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde.

Während die progressive Muskelentspannung vornehmlich körperliche Entspannung begünstigt, führt das Autogene Training sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene zu Entspannung. Visualisierung, Imagination und Meditation sorgen vornehmlich für psychische Entspannung. Eine klare Trennungslinie zwischen den Wirkungsweisen der drei Entspannungstechniken lässt sich allerdings nicht ziehen.