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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 17. & 18. Tag: Füße

Nach der Yoga-Praxis mit Birgit wenden wir uns den Upanishaden zu (siehe: Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 1. Tag: Yoga-Praxis und Philosophie). Vor uns liegen die vier der zehn ältesten Upanishaden, die Mukhya-Upanishaden, und zwar die Ischa-Upanishad (Die innere Regel*), die Kena-Upanishad (Was bewegt die Welt?*), die Katha-Upanishad (Der Tod als Lehrmeister*) und die Prasna-Upanishad (Atem des Lebens*) (*die hier angegebenen deutschen Untertitel der einzelnen Upanishaden stammen vom spirituellen Lehrer, Autor, Übersetzer und Interpret Eknath Easwaran).
Am nächsten Tag unterrichtet uns Nicole Bellaire wieder in Anatomie. Diesmal widmen wir uns den Füßen und Knien.

 

Die Füße - Wunderwerk der Natur

Unsere Füße tragen unser gesamtes Körpergewicht. Durch sie sind wir vor Millionen Jahren zu dem geworden, was wir heute sind: Menschen. Denn erst der aufrechte Gang ermöglichte dem Homo erectus eine neue Perspektive, die ihn fundamental veränderte. Bestimmte Evolutionsforscher fragen sich, warum unsere Ahnen den sicheren vierbeinigen Gang eigentlich gegen den weniger stabilen auf zwei Beinen eintauschten. Lorenz Marti schreibt dazu in seinem Buch:

"Während Vierbeiner sicher auf dem Boden stehen, müssen Zweibeiner ständig ihr Gleichgewicht ausbalancieren. Unser Gehen, [...], ist ein stets gehemmtes Fallen. Gehen ist anatomisch ein heikler Balanceakt von sieben eng koordinierten Bewegungen. Nach dem Anthropologen John Napier torkeln Zweibeiner sogar "Schritt für Schritt an einer Katastrophe entlang"." (aus: Lorenz Marti, Der innere Kompass: Was uns ausmacht und was wirklich zählt, Freiburg, 2017)

Nun hatte der Mensch jede Menge Zeit, sich im aufrechten Gang zu üben. Doch die starke Belastung der Füße ist geblieben. Ca. 1.500 Schritte müssen sie täglich zurücklegen. Sie tragen unser gesamtes Körpergewicht und fangen kräftige Schläge ab, die locker mal das Siebenfache des Gewichtes ausmachen können. Knochen, Muskeln, Bänder und Sehnen arbeiten auf harmonische Weise zusammen, sodass wir mit unseren Füßen nicht nur durch die Welt gehen, sondern auch laufen, springen, hüpfen und tanzen. Trotzdem wissen nur wenige von uns ihre Füße zu schätzen. Wir stecken sie in enge oder hohe Schuhe, damit wir "schön" aussehen, und achten wenig darauf, ob es unseren Füßen auch gut dabei geht. Erst wenn es Probleme mit den Füßen gibt, merken wir auf.

Gesunde Füße sind wahre Wunderwerke, die gehegt und gepflegt werden wollen. Die natürlichste Massage erhalten unsere Füße durch regelmäßiges Barfußgehen, vorzugsweise auf Gras oder weichem Sand, sodass der Fuß sanft abrollen und sich mit jedem Schritt entspannen kann. Auch in der Yoga-Praxis schenken wir unseren Füßen mit entsprechenden Übungen besondere Beachtung.

 

Fußübungen - Yoga und Spiraldynamik®
Unter der Anleitung von Nicole lernen wir unsere Füße wohltuend zu massieren, sensibilisieren unsere Füße durch achtsames Wahrnehmen für einen aufrechten, gesunden Stand und dehnen unsere gesamte Fußmuskulatur. Nicole zeigt uns zudem bestimmte Fußübungen nach dem Spiraldynamik®-Konzept, die bei Fußbeschwerden beziehungsweise bestimmten Symptome mit funktionell bedingten Ursachen angewendet werden können. Dazu gehören Knick-, Senk- und Spreizfüße, der Hallux valgus, die Plantarfasciitis und der Fersensporn sowie Hammer- und Krallenzehen und Druckstellen an den Füßen durch deren Verformung. Spezielle Trainingsanleitungen und weitere Details rund um Fuß und Sprunggelenk sind kostenfrei und ohne Registrierung auf der Webseite my-medibook.de zugänglich.

 

Gesund bewegen mit Yoga

Im Anschluss beschäftigen wir uns eingehend mit dem Kniegelenk und der Wirbelsäule, denen in der Yoga-Praxis ebenso viel Beachtung geschenkt wird wie dem Fuß, der mit möglichen Deformitäten, Seitenunterschieden oder Bewegungseinschränkungen auch Einfluss auf die Kniebelastung nehmen kann. Die Art unserer (Fort)bewegung hängt maßgeblich von der Verteilung der Belastung in den Knien ab sowie von der Wirbelsäule und von dem Überträger, dem Becken.