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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 15. & 16. Tag: Yoga ist leicht!

Yoga Praxis und Theorie
Unser letztes Satya-Yoga-Aufbau-Ausbildungswochenende fand in Ann-Kristin Stojics wunderschönem Bielefelder Yoga-Studio Viva Vitalis (s. Abb.) statt. Der Samstag begann mit einer entspannenden, aber auch herausfordernden Yoga-Praxis unter Anleitung von Birgit Lukasczyk. In der Theorie vertieften wir noch einmal ein Thema des zurückliegenden Ausbildungswochenendes: das Becken. Anschließend beschäftigen wir uns mit der Planung einer Yoga-Stunde und sammelten Ideen für einen abwechslungsreichen Zyklus.

Body-Scan und Anfangsanspannung
Ich selbst plane meine Yoga-Einheiten immer unter einem gewissen Vorbehalt, um Raum für Unerwartetes zu lassen, für etwas, das aus dem Augenblick selbst heraus entsteht. Dennoch behalte ich weitestgehend eine gewisse Struktur bei. So eröffne ich beispielsweise meine Abendkurse meist mit einer ritualisierten Anfangsentspannung beziehungsweise einem Body-Scan, damit die Teilnehmer*innen aus dem Sympathikus-Tonus heraus- und bei sich ankommen.

Das vegetative Nervensystem – Wechselspiel von Sympathikus und Parasympathikus
Unser vegetatives Nervensystem begleitet uns Tag und Nacht. Sympathikus und Parasympathikus, die beiden Untersysteme des vegetativen Nervensystems, stellen unseren Körper auf die alltäglichen Anforderungen ein. Dabei folgen sie dem natürlichen Tag- und Nachtrhythmus. Berücksichtigen wir diesen, fällt es uns leichter, ausbalanciert mit unserer Kraft, unserer Energie umzugehen.

Der Sympathikus erhöht unsere Leistungsbereitschaft und die Aktivität unserer Organe. Er aktiviert die Bewegungsmuskeln, sorgt dafür, das wir rennen, springen oder auch konzentriert arbeiten können. Regiert der Sympathikus, befinden wir uns im Zustand der Anspannung. Körperfunktionen, die in diesem Modus nicht benötigt werden, wie beispielsweise unser Immunsystem, werden gehemmt. Um nicht permanent in einem Spannungszustand zu bleiben, sorgt der Parasympathikus auf natürliche Weise für Ausgleich. Er verlangsamt die Aktivität der Organe, wir können uns regenerieren und entspannen.

Während der Tag von dem Sympathikus bestimmt wird, der gleich morgens die Regie übernimmt und diese bis mittags behält, steigert der Parasympathikus erst allmählich seine Aktivität, auch wenn er immer mit von der Partie ist. In den Abendstunden übernimmt der Parasympathikus die Führung, sorgt für Entspannung und eine ruhige Nacht -  vorausgesetzt wir stören dieses natürliche Wirkprinzip nicht mit einer hektischen und stressbeladenen Lebensweise. Verlangen wir uns zu viel ab und versäumen es, für ausreichend Regeneration zu sorgen, unterdrücken wir den Parasympathikus und überlassen dem Sympathikus das Feld. Dieses Ungleichgewicht kann zu innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Herzrasen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Ermüdung, Angst, Depression und anderen Schädigungen führen.

Wechsel von Anspannung und Entspannung
Die meisten Teilnehmer*innen, die meine Abendkurse besuchen, kommen abgehetzt und gestresst aus ihrem Alltag. Sie befinden sich im sogenannten Sympatihkus-Tonus. Der Body-Scan, eine Form der Entspannung mit Hilfe der Achtsamkeit, aktiviert den Parasympathikus, verhilft den Teilnehmer*innen zu innerer Ruhe und Gelassenheit. Sie kommen bei sich und in ihrem Körper an. Über spezielle Atemübungen verbinden wir Körper, Geist und Herz. Es folgen vorbereitende Dehnübungen.

Die Asanas werden im Wechsel von Anspannung und Entspannung durchführt, mal statisch, mal dynamisch. Dabei wiederhole ich bestimmte Körperpositionen oder auch Yoga-Flows, und lasse die Energiekurve des jeweiligen Zyklus langsam ansteigen. Zum Höhepunkt stelle ich fortgeschrittenen Teilnehmer*innen meist noch eine bisher nicht geübte Asana detailliert vor und übe diese mit ihnen ein. Zum Schluss lade ich sie zu Ausgleichsübungen und einer Meditation ein, die mit einer Tiefenentspannung enden.

Yoga ist leicht!
Den folgenden Sonntag verbrachten wir wieder mit Traugott Lukasczyk. Diesmal kam er nicht im Regen, sondern beschienen von der wunderbar wärmenden Augustsonne ;-) Nach gemeinsamer intensiver Yoga-Praxis am Morgen vertieften wir im Laufe des Tages das Thema Rückwärtsbeugen und deren Vorbereitung im Yoga-Unterricht.

An dieser Stelle möchte ich nur noch eins abschließend erwähnen. Um die Leichtigkeit des Satya-Yoga zu veranschaulichen, zitierte Traugott Jesu Lobpreis und Heilandsruf:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Mt 11, 28 -30)

Das deutsche Wort Joch kann ins Sanskrit mit Yoga übersetzt werden. Traugott hat daraus ganz einfach sein eigenes Mantra formuliert: „Mein Yoga ist leicht!“, das er uns allen ans Herz gelegt hat.