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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 13. Tag: Pranayama

Pranayama
Die beiden großen Themen unseres letzten Wochenendes sind Pranayama mit Andrea und Anatomie mit Nicole. Nach der Praxis am Samstagmorgen mit Fokus auf die Atmung widmen wir uns dem Thema Pranayma. Pranayama (Sanskrit: prāṇāyāma) beinhaltet den Begriff Prana, der so viel bedeutet wie Lebensenergie, die Energie, die das gesamte Universum erfüllt. Ayama  heißt übersetzt Ausweitung, Ausdehnung, aber auch Kontrolle, Steuerung. Daneben bezeichnet es das freie, nicht willentlich gesteuerte Fließen. Zusammengenommen bezeichnet Pranayama  die bewusste Zusammenführung von Körper und Geist über den Atem.

Der indische Yogalehrer und Begründer des Iyengar Yoga, B. K. S. Iyengar, schreibt Folgendes über Pranayama:

„Prana wird dem wahren Selbst gleichgesetzt. Es ist der Lebenshauch aller Wesen im Universum. Durch ihn werden sie (die Weisen) geboren und leben von ihm, und wenn sie sterben, so löst sich der Hauch jedes Einzelnen in den kosmischen Hauch auf. Prana ist die Nabe im Rad des Lebens. In ihm hat alles seinen Grund. Er durchdringt die lebensspendende Sonne, die Wolken, den Wind, die Erde und alle Formen der Materie.“ (B.K.S Iyengar, Licht auf Pranayama. Das grundlegende Lehrbuch der Atemschule des Yoga. Bern, München Wien, 2004)

Prinzipien des Pranayama
Die Prinzipien des Pranayama  sind laut dem Hatha-Yoga-Pradipika zum einen Reinigung und zum anderen Selbstfindung. Um ein Bewusstsein für Pranayama zu schaffen, lernen wir zunächst unseren Atem zu beobachten, ohne diesen zu kontrollieren, zu beeinflussen oder zu bewerten. Gar nicht so einfach, denn uns bestimmen zwei Rhythmen, die gegeneinander arbeiten: der sehr schnelle Rhythmus des Mentalen und der des Körpers, zu dem auch der Atemrhythmus zu zählen ist und der deutlich langsamer ausfällt als sein Gegenspieler.

Aufgrund der Reizüberflutung, der unsere Sinne tagtäglich ausgesetzt sind, dominiert in der Regel der Rhythmus des Mentalen. Bisweilen kann der Rhythmus unseres Körpers nicht mehr mit der Schnelligkeit des Mentalen mithalten. Der Atem wird flach, schnell und unregelmäßig und der Körper krank.

Bewusstsein für den Atem - Atembeobachtung und -lenkung
Um den Atem zu beruhigen und zu vertiefen, müssen wir erst einmal lernen, uns bewusst auf ihn einzulassen. Dies geschieht zunächst über die Atembeobachtung – ein Lernprozess, der über Jahre dauern kann. Durch die Beobachtung des Atems verlangsamt sich dieser bereits und wird tiefer. Die Pranayama Übungen im Yoga schaffen ein immer größeres Bewusstsein für Pranayama – die Verbindung von Körper und Geist. Dabei wird unterschieden zwischen sehr einfachen Atemübungen und Übungen für Fortgeschrittene. Zu den einfachen Atemübungen zählen das unterbrochene Einatmen, das Dehnen des Zwerchfells in der Rückenlage, das Atmen mit Hilfe von Zähleinheiten und das stufenweise Atmen.

Zu den fortgeschrittenen Atemübungen gehören Ujjaii, Kapalabhati, Nadi Shodana, Anuloma Viloma, eine Weiterführung von Nadi Shodana, Nirbija-Pranayama-Kriya, die Lungenreinigungsatmung, sowie die volle Yoga-Atmung.