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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 6. Tag: Svadhisthana – Sakral Chakra

Utthita Parsvakonasana – Wirkung des seitlich gestreckten Winkels
Nach erhellender Meditation wiederholen wir noch einmal die Standhaltung Utthita Parsvakonasana, den seitlich gestreckten Winkel. Utthita Parsvakonasana kräftigt die Fuß- und Kniegelenke, die Oberschenkel sowie die Arme, Bauch und Gesäßmuskulatur. Beine, Leisten und Flanken werden intensiv gedehnt. Die Hüften öffnen sich. Utthita Parsvakonasana regt die Verdauung an und kann Ischias-Schmerzen lindern.

Der seitlich gestreckte Winkel verleiht uns Stabilität in der Basis und dehnt und öffnet den Oberkörper, schenkt uns das Gefühl von Freiheit. Ich erfahre mit Staunen, wie Stabilität und Freiheit miteinander harmonieren und sich wechselseitig ergänzen. Gut geerdet dehne ich mich in die Weite hinein.

Utthita Trikonasana – Wirkung des ausgebreiteten Dreiecks
Anschließend widmen wir uns intensiv dem ausgebreiteten Dreieck, Utthita Trikonasana, einer der Grundübungen im Yoga (siehe Abb.). Das ausgebreitete Dreieck kräftigt Füße und Beine, dehnt die Muskulatur. Die Wirbelsäule streckt sich, wird lang, Nacken und Schultergürtel gestärkt, ebenso die Becken- und Hüftmuskulatur. Durch die peristaltische Bewegung der Eingeweide werden Appetit und Verdauung angeregt.

Das ausgebreitete Dreieck schult unseren Gleichgewichtssinn und unterstützt uns dabei, uns zu stabilisieren und zu zentrieren. Die Brust wird weit, die Flanken dehnen sich, die Atmung wird leicht und frei. Ich fühle mich gut geerdet, vital und beweglich.

Vorbereitende Übungen für die Standhaltungen
Als vorbereitende Übungen für die beiden Standhaltungen eignen sich alle Asanas am Boden, die Bewusstsein in unsere Körpermitte bringen und diese stärken. Zudem empfehlen sich Dehnübungen für die Beine wie beim Hund (Adho Mukha Svanasana) und Dreieck (Trikonsasana). Um die Hüften zu öffnen, sind Bodenübungen wie das Nadelöhr (Sucirandhrasana), das glückliche Baby (Ananda Balasana), die dynamische indische Brücke (Ardha Setubandhasana) und der Held Nr. II (Virabadra) ratsam.

Ausgleichsübungen für die Standhaltungen
Nach intensiven Standübungen wie der gestreckte Winkel oder das ausgebreitete Dreieck bedarf es des sanften Ausgleichs. Hier eignen sich Asanas wie das Krokodil (Makarasana), die umgekehrte Geste (Viparita Karani Mudra) und auch die windbefreiende Stellung (Pavamuktanasana).

Ardha Chandrasana - Halber Mond im rechten Winkel
Zum Abschluss des Praxis-Tages wenden wir uns noch dem halben Mond im rechten Winkel zu, Ardha Chandrasana. Mit den oben genannten Asanas sind wir optimal auf diese herausfordernde Standhaltung vorbereitet und können gleich nach der kleinen Pause am Nachmittag loslegen.

Wirkung von Ardha Chandrasana
Der halbe Mond im gestreckten Winkel fördert vor allem unsere Balance. Gleichzeitig beruhigt die Asana den Geist wie auch andere Gleichgewichtsübungen, zum Beispiel der Baum (Vrikshasana) oder der Adler (Garudhasana). Ardha Chandrasana fordert und stärkt die Muskulatur des Standbeins und Fußes. Kreislauf und Atmung werden durch die leichte Drehung angeregt. Verspannungen in den kleineren Muskeln rund um die Wirbelsäule lösen sich, sodass die Wirbelsäule bei häufigem Üben flexibler wird. Vor allem der untere Teil der Wirbelsäule wird gekräftigt. Die Hüften öffnen sich und werden beweglicher, die Leisten werden deutlich gedehnt.

Balance, Kraft, Stabilität und Selbstvertrauen
Ich spüre zunächst heftigen Widerstand gegen diese Übung. Das hat seinen Grund. Vor einigen Jahre hatte ich diese Asana bereits mehrmals geübt. Ängstlich begab ich mich in den halben Mond, traute mich aber nicht, allein in der Haltung zu verweilen. Es fehlte mir an Stabilität und Kraft im Becken und in den Beinen sowie an Selbstvertrauen. Deshalb mied ich diese Standhaltung bisher bewusst. Nun also werde ich es erneut mit dem halben Mond aufnehmen.

Zu meinem großen Erstaunen gelingt es mir mit den entsprechenden Hilfsmitteln wie Klotz, Wand und zwei vertrauenswürdigen Partnerinnen relativ leicht, mich in die Asana hineinzubegeben. Ich erfreue mich an der Kraft meiner Beine, an der Beweglichkeit meiner Wirbelsäule und Hüften und an meiner stabilen Körpermitte, die mir Balance schenkt.

Ich habe viel dazugelernt – wie im Yoga, so im Leben. Mein Körper hat inzwischen deutlich an Stärke gewonnen. Ich erlebe mich geerdeter und mein Selbstvertrauen ist stabiler – Grundvoraussetzungen, um dieser wundervollen Asana standzuhalten. Für diese Erfahrung möchte ich insbesondere Nicole ganz herzlich danken.