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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 3. & 4. Tag: Wurzel Chakra - Muhladhara Chakra

Die sieben Haupt-Chakren, Muhladhara Chakra (Wurzelchakra), Svadhisthana (Sakralchakra), Manipura (Solarplexuschakra) Anahata (Herzchakra), Visuddha (Kehlchakra), Ajna (Drittes Auge) und Sahasrara (Kronenchakra), entsprechen den fünf Koshas und stehen eng mit diesen in Verbundung.

 

Die fünf Koshas
Die Lehre von den Koshas kommt erstmals in einer der ältesten Upanishaden, der Taittiriya Upanishad, zur Erwähnung. Zu den fünf Koshas zählen die aus Nahrung bestehende Hülle, das Annamaya Kosha, sowie die aus Lebenskraft bestehende Hülle, das Pranamaya Kosha, die aus Geist bestehende Hülle, das Manomaya Kosha, die aus Erkenntnis bestehende Hülle, das Vijnanamaya Kosha und die aus Glückseligkeit bestehende Hülle, das Anandamaya Kosha.

 

Die Energiekanäle - Nadis
Das Pranamaya Kosha wird in einem feinen Netz aus Nadis von Prana durchströmt, die ebenfalls erstmals in den Upanishaden erwähnt werden. Der Hatha Yoga Pradipika zufolge soll es sich um 72.000 feinstoffliche Kanäle handeln, laut Goraksha Paddhati sollen es rund 200.000 sein und laut Shivasamhita sogar um 350.000.

In der Yoga-Praxis sind vor allem die drei Hauptenergiekanäle Sushumna Nadi, Ida Nadi und Pingala Nadi von Bedeutung. Sie entspringen dem Kanda, der im Beckenbodenbereich noch unterhalb des Wurzel Chakras (Muhladhara Chakra) sitzt und die Basis der Energien bildet. Auf der feinstofflichen Ebene soll hier, aufgerollt wie eine Schlange, die Kundalini liegen.

 

Das Wurzel Chakra - Muhladhara Chakra
Wir beschäftigten uns sowohl in der Übungspraxis als auch in der Theorie zunächst mit dem ersten Chakra, dem Muhladhara Chakra, das sich zwischen Anus und Genitalien befindet und mit dem Beckenboden verbunden ist. Muhla bedeutet Wurzel, adhara lebenswichtiges Organ beziehungsweise Stütze. Als Wirbelsäulenbasis sind die zentralen Themen des Wurzel Chakras Erdung, Geborgenheit, Gesundheit, Halt, Lebenswille, Nahrung, Sicherheit, Stabilität, Urvertrauen und Verantwortung. Informationen der wortlosen Zeit (frühe Kindheit) sind hier gespeichert, wie Andrea es so wundervoll formulierte.

Dem Wurzel Chakra sind vier Blütenblätter der Lotosblüte zugeordnet sowie das Element Erde, die Farbe Rot, das Bija Mantra "LAM" und das Krafttier Elefant, der Stabilität symbolisiert.

 

Yoga für das Wurzel Chakra
Um das Muhladhara Chakra zu aktivieren, widmeten wir unsere Yoga-Praxis zwei Tage lang intensiv den Stand- und Beckenbodenübungen, der Flexibilisierung der Hüftgelenke und der bewussten Fußschule. Wir massierten und mobilisierten unsere Füße, indem wir mit diesen schrieben und bastelten, und bereiteten uns mit Dehnübungen wie Ein-Bein-Streckung, Nadelöhr und Schmetterling auf den seitlich gestreckten Winkel und die Held*in Nr. 3 vor, zwei Übungen, die den Beckenboden stark herausfordern.

 

Das Meer der Tränen ist eins ist mit dem Quell der Freude
Am zweiten Tag, während der morgendlichen Yoga-Praxis mit Nicole, löste sich etwas in mir. Tränen rannen über meine Wangen. Über den persönlichen Schmerz kam ich in Berührung mit dem Ur-Schmerz. Mein Becken wurde zum Tränenmeer.

In der Mittagspause verwandelte sich der Schmerz in Freude und Liebe. Ich hörte den Satz in mir klingen: "Mein Becken ist ein Tränenmeer, das zum reinen Quell der Freude wird."  Eine ähnliche Erfahrung hatte ich bereits vor vielen Jahren beim Holotropen Atmen. Schmerz und Freude waren plötzlich eins, flossen ineinander.

Zum Abschluss des Wochenendes sang Andrea mit uns das wunderbare Lied Jani Joni Jachuene (Yani Yoni Ya Hu Wey Hey), ein traditionelles Geburtslied amerikanischer Ureinwohner, dessen Titel so viel bedeutet wie: "Komm heraus, liebes Kind, die Welt ist so schön!" Berührt von den Klängen und Stimmen rollten mir wieder Tränen über die Wangen.

Was wir von diesem Wochenende mit nach Hause nehmen würden, fragte Andrea abschließend in die Runde. Das Meer der Tränen, in dem Wissen, dass es identisch ist mit dem Quell der Freude.

 

Es liegt ein Schweigen in mir
Tiefer als das Meer der Freude
Und weiter als der Ozean des Schmerzes