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Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung 2. Tag: Standhaltungen - Standhaftigkeit und Stabilität

Der zweite Tag des ersten Wochenendes der Satya-Yoga Aufbau-Ausbildung begann mit Schnee. Als ich früh morgens aus dem Fenster schaute, war alles zugeschneit. Still und weiß lag der Sonntag vor mir. Doch bereits nach meiner Morgenmeditation und einem kleinen Frühstück war die weiße Pracht so gut wie weggeschmolzen.

Am Bellzett e. V. angekommen, stand ich vor verschlossener Tür. Bald gesellten sich weitere Teilnehmer*innen zu mir, bis schließlich klar wurde, dass sich unser Yoga-Dozent  wegen des Schneefalls in der Nacht verspäten würde. Traugott Lukasczyk, Gründer des Satya-Yoga Instituts, reiste für den Unterricht extra aus Darmstadt an, wo es deutlich mehr geschneit hatte.

Zum Glück hatte eine der Teilnehmer*innen am Vortag den Schlüssel übernommen, sodass wir bei ihrer Ankunft ins Warme schlüpfen konnten. Bei heißem Tee und Kaffee warteten wir auf Traugotts Ankunft.

Als es klingelte, rannte ich die Treppe hinunter, um zu öffnen. Lachend begrüßte ich Traugott mit den Worten „Herzlich willkommen, Meister!“ und ließ ihn ein. „Ich komme aus einer anderen Welt,“ antwortete er lächelnd. Traugott kam nicht nur aus einer anderen Welt, er entführte uns auch in eine andere Welt – in die wunderbare Welt des Yoga.

Auf dem Unterrichtsplan stehen Standhaltungen. Traugott bereitet uns mit entsprechenden Asanas auf das Thema vor. Ich dehne die Beinmuskulatur, öffne die Hüften und weite mein Zentrum, das Becken. Wohltuend lang lässt uns Traugott Zeit, in den einzelnen Körperübungen zu verweilen, sodass Weite entstehen kann.

Traugotts Unterricht inspiriert mich, alte Konditionierungen loszulassen, leer zu werden, um mit frischem Anfängergeist den sich öffnenden Raum neu zu entdecken. Damit die Bewusstseinsarbeit glückt, bedarf es entsprechender Technik, sodass der Körper direkt Rückmeldung geben kann, wir uns verkürzter oder verspannter Muskeln bewusst werden und überdehnte Gelenke spüren, in denen nur wenig Lebensenergie fließen kann. Wir beenden die Yoga-Einheit mit einer gemeinsamen Meditation, um anschließend tief in Theorie und Praxis der Yoga-Standhaltungen einzutauchen.

Standübungen etablieren Leichtigkeit und Stabilität. Die Leichtigkeit bringt uns in Kontakt mit unsere Lebendigkeit. Stabilität schenkt uns Sicherheit. Mittels ausgewählter Standübungen wie Berg, Reiter*in, Held*in und Dreieck, die uns erden und Kraft und Flexibilität schenken, erleben wir die Standhaftigkeit und Festigkeit eines Berges, entwickeln Selbstbewusstsein und Wahrhaftigkeit. Wir spüren unsere Verbindung zur Erde und zum Himmel, strahlen von innen und verwirklichen unsere wahre Natur.

Ich bedanke mich von Herzen bei Traugott und allen Teilnehmer*innnen für diesen wunderbaren Tag mit Yoga.