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Mit Yoga ankommen im neuen Jahr

Im neuen Jahr ankommen heißt, das alte loslassen. So ist es im eigentlichen Sinne in jedem Moment. Ich kann mich nur für den Augenblick öffnen, wenn ich mich dem Fluss des Lebens hingebe. Immer wieder neu, Moment für Moment, Atemzug für Atemzug. Körper und Geist verflüssigen sich und mein Herz öffnet sich – weit in den offenen Raum hinein, in dem alles sein kann wie es ist.

Indem ich meinen Körper spüre, komme ich bei mir an. Deshalb beginne ich Yoga meist mit einer kleinen Reise durch den Körper, die mich für das Jetzt öffnet, für alles, was sich von Moment zu Moment an Empfindungen zeigt. Ein wunderbares Gedicht von Silvia Ostertag beschreibt dieses Phänomen des Ankommens im Körper, des Einfindens im Hier und Jetzt:

Mich ankommen lassen
in diesem Raum, an diesem Platz
in diesem Leib und in dieser Haltung,
in dieser meiner Form.

Spüren, wie ich über Becken und Beine verbunden bin
mit dem Boden, mit der Erde.
Spüren, wie dieser Boden mir die Wahrnehmung meiner selbst gibt,
gerade da, wo ich ihn berühre,
so, dass überflüssige Spannung, mit der ich meinte, mich halten zu müssen,
sich von selbst auflöst.

Spüren oder ahnen,
wie da Raum ist über meinem Kopf.
Innerlich hineintasten und hineinwachsen
in diesen Raum über dem Kopf,
ohne den Kontakt zum Boden zu verlieren.
(Ostertag, Silvia. Lebendige Stille. Einstimmung und Einübung. Freiburg i.B., Herder, 2002, S. 24)

Wenn ich ganz in meinem Körper angekommen bin, verbinde ich mich mit dem Fluss des Atems. Einatem und Ausatem. Ich erfahre Ausdehnen und Zusammenziehen als elementare Grundbewegung des Lebens – Fülle und Leere. Über den Fluss der Bewegung des Atems schließe ich mich dem Fluss des Lebens an.

Dann lasse ich mich auf die erste Asana (Körperübung) ein, um ganz einzutauchen in das fließende Sein, Übung für Übung tiefer. Ankommen ...